can’t get you out of my head

Mein Gehirn ist schwedisch. Ich denke schwedisch. Ich BIN schwedisch.

Seit dem Sommer habe ich nicht mehr (durchgehend) schwedisch gesprochen. Klar, ich habe schwedische Bücher gelesen, Filme geschaut, Musik gehört, habe auch ab und zu mit der Farmor schwedisch gesprochen, Mails und SMS geschrieben… aber halt immer nur bisserl.
Eine große Angst von mir ist war, dass ich schwedisch wieder vergesse. Ich lerne nämlich schnell eine Sprache. Und vergesse sie auch wieder schnell, wenn ich sie nicht regelmäßig spreche. Spanisch zum Beispiel hab ich innerhalb von 8 Wochen fließend gesprochen (ok, da bin ich auch zur Schule gegangen und hatte kaum Möglichkeit, deutsch zu sprechen) Und jetzt, nach 5 Jahren nicht reden, kann ich grad mal „cerveza, cerveza“ sagen (Spass, kann schon  bisserl mehr, aber es fällt mir extremst schwer). Ich hatte Angst, dass es mir mit Schwedisch genauso gehen wird, dass mir erst einzelne Worte nicht mehr einfallen, dann Phrasen, und dass ich dann auf einmal nichts mehr kann, weil ich Englisch im Hirn hab (so wie nach Argentinien, da hab ich im Schlaf Spanisch gesprochen, auf Spanisch geantwortet und  mitten im Satz von Englisch auf Spanisch gewechselt und die Matura auf Spanisch geschrieben, ist mir zum Glück aufgefallen!)
Zurück zum Schwedisch…
Diese Angst glaub ich brauch ich nicht haben… erstens gibt es hier 2 schwedische Aupairs, mit denen ich Schwedisch rede und zweitens… denke ich auf Schwedisch. Kein Spass. Wenn mich jemand etwas fragt, will ich nicht etwa auf Deutsch antworten, sondern auf Schwedisch. Ich übersetze Sätze nicht von Deutsch in Englisch, sondern von Schwedisch ins Englisch.

Einerseits finde ich das super, aber andererseit ist es  auch extremst anstrengend, ich habe sozusagen einen Sprachknoten im Hirn (oh man, wie muss es Dolmetschern gehen!)

Ich vermisse schwedisch sprechen. Ich mag den Klang, die Melodie, die Wörter… ich bin verliebt in Schwedisch. Ich möchte es hören, ich möchte es sprechen.
Ja, ich liebe Englisch, ich finde das super, ich höre Amerikanern total gern zu und mein Herz macht jedes mal einen Luftsprung, wenn die Prinzessin ihre Kinderlieder singt. Es frustriert mich, wenn ich Konversationen zu höre und nicht schnell genug bin um mit zu reden. Mir fehlt es an Wortschatz und an der Geschmeidigkeit zu reden. Mir fehlt die Grammatik, ich bin mir bei den Zeiten und der Aussprache total unsicher. Ich bin abends total müde vom vielen Konzentrieren (in Argentinien war es noch schlimmer!). Aber es wird besser. Manchmal habe ich Tage, da habe ich das Gefühl, einen Knoten in Hirn und Zunge zu haben, alles zu vertauschen, kriege keinen gescheiten Satz zusammen. Dann gibt es wieder Tage, da geht alles locker.

Es braucht Zeit. Ich will nur jetzt schon fließend Englisch sprechen und total wortgewandt und schlagfertig sein. Ich möchte auf Englisch denken und träumen.

Derzeit denke ich noch auf Schwedisch. Derweil bin ich auf Schwedisch wortgewandt und schlagfertig. Aber ich bin mir sicher, dass ich in einigen Wochen auf Englisch schlagfertig bin. Ich werde jeden Tag sicherer, lerne neue Wörter.

Es braucht Zeit… und bis dahin… genieße ich den Schwedenknoten im Hirn… denn das zeigt ja, dass ich ziemlich schwedischbeeinflusst bin;-)

 

So, dass war jetzt ein mitternächtlicher Einblick in mein Gedankenwirrwarr)

 

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