Was mich nervt. (what nervs me)

Letztens wurde ich gefragt, wie es mir denn hier in den USA geht und wie ich mit den Amerikanern zurecht komme.

Weil… „du schreibst zwar immer, dass es dir gut geht und das les ich auch heraus und du schaust auch sehr glücklich auf den Fotos aus, aber ganz ehrlich… gibt es etwas, das dich stört?“

JA- es gibt etwas, das mich stört. Mich stört vieles. (Und an manchen Tagen stört mich ALLES) Manchmal denk ich mir, ich mag einfach nur heim. Ich mag nimmer Englisch reden.  Ich halt das alles nicht aus. lasst mich in Ruhe. seid nicht so freundlich und höflich und hilfsbereit und gebt mir gscheites Brot und ein Bier und lasst mich bitte auf der Autbahn 130 km/h fahren. UND ÜBERHAUPT!!! Wer misst bitte in Miles und Ounces und Iches? Ich bin angenervt. Ich finde die Doppelmoral (mancher) Amerikaner zum Kotzen. Ich finde es furchtbar, dass ich bei 40 Grad Außentemperatur im Haus mit Schal, Pulli und Wollsocken rumlaufe weil die Klimaanlage voll aufgedreht ist. Mich nervt es, dass ich echt IMMER eine Weste mitnehmen muss, weil ich, sobald ich ein Café, Restaurant, Geschäft betrete, Frostbeulen bekomme. Und überhaupt! Gibt es hier gar keine Cafés, alles nur Ketten und Starbucks schmeckt alles gleich! (ok, es gibt schon Cafés, aber als Wienerumgebnerin darf ich ja wohl mal sudern!)

Aber… ich habe mich dafür entschieden! Es war meine bewusste Entscheidung, mein gmiadliches leiwandes Leben im wunderbaren, perfekten, einzigartigen, schönen Österreich hinter mich zu lassen, um in das Land der begrenzten Unmöglichkeiten zu fahren. Ich wusste (teilweise), was auf mich zu kommt. Klar, man sieht viel im Film und Fernsehen und dann kommt man her und es trifft einen der Schlag weil es einerseits GENAU so ist und andrerseits gar nicht. Erst war alles super. awesome. amazing. exactly the way I wanted it to be.

Und dann bin ich aufgewacht.  Habe die Realität erkannt. NICHT alles war gut. Ich hatte nen mega Kulturschock. Ich hab geheult, ich hab viel (zu viel) geschlafen, wollte heim, hab es micht ausgehalten, war frustriert (vorallem, weil mir so viele Dinge nach wie vor nur auf Schwedisch einfallen und ich gerne wortgewandter wäre und dass ich so nen starken Akzent habe….) Irgendwann habe ich dann aufgehört, Österreich zu vertollen und alles amerikanische schlecht zu reden und habe es aktzeptiert. Weil, genau das wollte ich ja, ich wollte etwas NEUES erleben. Wenn ich alles schlimm finde, kann ich ja wieder heim. USA ist nicht Österreich. Wird es nie sein. Und das ist gut so. Ich werde vieles nie verstehen können/wollen, werde nie so sein wie die Amerikaner, und das ist gut so. Ich bleib ich. Ich werde meinen Akzent nie los (was auch nen Vorteil habt, ihr könnt es euch ja gar nicht vorstellen, wie viel leichter es ist, sich wo rauszureden, etwas günstiger zu bekommen, auf etwas eingeladen zu werden, Leute kennen zu lernen… wenn man einen Akzent hat!) Ich werde nie meine österreichischen Werte aufgeben, ich werde immer Österreicherin bleiben. Ich habe USA aktzeptiert. Ich finde vieles nicht gut, klar, aber da muss ich auch nicht mitmachen (Stromverbrauch! Plastikverschwendung! CO2!!) Ich muss es nicht gut finden. Aber ich bin nun mal hier. Ich passe mich auch nicht an. Aber ich versuche USA zu verstehen. Ich habe mich dafür entschieden, ich habe davon geträumt und habe dann die Realitat erfahren. und die Realität ist: hier sind die Menschen genauso wie daheim. und ich bin nicht besser. und damit lebt sich das Leben viel einfacher.

Advertisements

Ein Kommentar zu “Was mich nervt. (what nervs me)

  1. Pingback: Mary in the States- a (true) lovestory | Mary Poppins goes U.S

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s