wo wir so hingehen

Anfangs hatte ich ein Mordsprogramm für die Kinder, habe tausend Freizeitkataloge und Internetseiten durchgesucht nach den kreativsten, einfallsreichsten und besten Nachmittagsbeschäftigungen, ein Wochenplan wurde erstellt: montags nachmittag an den Spielplatz, Dienstag vormittag playdate bei uns, nachmittags Museum, Mittwoch nachmittag Tiergarten, Donnerstag Vormittag playdate bei L., nachmittags auf den andren Spielplatz und freitags ins Naturkundemuseum…

Man, kam ich mir einfallsreich vor.

Bis die Kinder nur noch am motschgern waren: schon wieder auf einen neuen Spielplatz? ich mag lieber auf den alten Spielplatz, können wir nicht zuhause spielen?

Und ich darauf: bla bla, seid froh, dass ich so abwechslungsreich bin und euch so viel Programm biete!

sie: bitte, gehen wir wieder in den alten Park?

Irgendwann hab auch ich es überrissen. Den Kindern ist es egal, was für ein ausgefallenes, abwechslungreiches, kreatives Programm ich auf die Beine stelle. Die sind glücklich, wenn sie spielen können. und zwar an Orten, die ihnen vertraut sind. Wenn es nach ihnen ginge, könnten wir jeden Tag am gleichen Spielplatz spielen. den kennen sie nämlich, da wissen sie, was sie spielen können, treffen die gleichen Kinder, kennen die Umgebung.

Von da an hab ich zurück geschraubt, nur noch 1-2 playdates die Woche, mindestens ein Nachmittag daheim oder im Garten und der Spielplatz ums Eck genügt. Das ist auch für mich entspannter, ich weiß, dass die Kinder auf den Geräten rumturnen können, sie wissen, wo sie rum klettern dürfen und wo nicht, sie wissen, bis wohin sie laufen dürfen, ich kann auf der Bank entspannt sitzen.

Und seit dem ist es viel entspannter.

Ab und zu gibt es dann doch Sonderprogramm, schauen wir auf einen neuen Spielplatz vorbei, gehen in einem anderen Park spazieren. Heute zum Beispiel waren wir im Museum. Die Kleine wollte da schon seit Wochen hin, heute war es dann soweit. Erst war ich skeptisch: ‚das ist fad für dich, da gibts nichts zum spielen, nur Gemälde und anfassen darfst du auch nichts‘ ‚oh i like pictures. they are nice‘ ok, sind wir halt hin, Eintritt ist Gratis, also ein Versuch ist es wert.

Oh man. Geht bitte nicht mit einer überdrehten 4 Jährigen, einer schlecht gelaunten 5 1/2 Jährigen und einem trotzenden 1 1/2 Jährigen in ein Kunstmuseum. ‚Bitte nicht anfassen‘ verstehen sie als Herausforderung und ‚Flüstern‘ verstehen sie als Aufforderung möglichst laut zu brüllen.

Schweißgebadet habe ich den Kleinen rausgezerrt, nachdem er erst alle Statuen angreifen wollte, während ich  mit der Mittleren diskutiert habe, warum sie ihr Leiberl nicht ausziehen kann und der Ältesten ein bisschen Kunst erklärt habe.

Nie. Wieder.

Draußen hat die Kleine dann gemeint: ‚oh that was so boring‘ und die Große rief: ‚that was so nice, we should do this more often‘ und das Baby hat gelacht.

 

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