Lass uns Freunde sein…

… wäre das denn nicht gut? Denn wer Freunde hat, hat mehr Freude und Mut. Ohne Freund zu sein, macht das Leben so leer, lass uns Freunde sein, komm dass ist doch nicht schwer!

So beginnt der Liedtext eines Kinderliedes von Manfred Siebald. Ich liebe  dieses Lied, denn es spricht so viel Wahres…

Wenn man in eine neue Stadt, ein neues Land zieht, steht man vor der Herausforderung, neue Leute kennen zu lernen. Und das ist total schwer. Also, kennen lernen geht schnell, man muss halt nur unter Leute kommen und sich trauen, Leute anzusprechen. uff! ur anstrengend! ich bin so schüchtern, auch wenn das niemand glaubt, und fremde Leute anzusprechen, ist echt hart für mich. Ich hatte zum Glück Starterhilfe und meine Gasteltern haben mich den Biblestudyleiter vorgestellt,  der mich eingeladen hat, alleine hätte ich NIE gefragt. Ehrlich.

Gut, dann spricht man also Leute an. Und dann muss man versuchen, über die ‚hi how are you let’s hang out some time‘ Wand zu kommen. Und das ist das schwierig. Die Leute hier haben schon ihren Freundeskreis, ihre guten Beziehungen, ihren Job, ihr Leben. die sind (meistens) schon ‚voll‘ und haben nicht die Kraft, Zeit, Energie für eine neue Beziehung und Freundschaft. Ich kenn das, mir ging es genauso daheim und auch jetzt wenn jemand neuer in die Biboestudy kommt oder jemand fragt, ja gehen wir mal da hin, neue Leute kennen lernen… ich muss sagen… ich habe meinen Freundeskreis, ich hab nicht die Energie dazu, eine neue Freundschaft zu beginnen. Also verstehe ich das total gut, wenn die Leute in der neuen Umgebung etwas distanzierter sind. Meistens.

Ich hatte rießen Glück. Gestern saß ich bei meinen 2 engsten Freundinnen von hier auf der Veranda, eingehüllt in Kuscheldecken und wir haben darüber geredet, wie der erste Eindruck von einander war und wie unsere Freundschaft begonnen hat.  Wir sind alle in der gleichen Biblestudy gewesen und haben uns auch in der Kirche gesehen. Aber mehr als Small Talk war da nicht drinnen. Ich dachte ‚oh ich wär so gern mit ihnen befreundet und ich versuche echt, irgendwie da ran zu kommen, aber es kommt nichts zurück‘ und sie dachten: ‚oh, die is nett, mit der mag ich befreundet sein, aber ich glaub, die mag mich nicht‘

So haben wir ein paar Wochen immer lieb und höflich miteinander geedet, bis ich irgendwann all meinen Mut zusammen genommen habe und gefragt habe, ob sie mit mir auf ein Straßenfestival gehen wollen. oh meine Güte, ich bin fast gestorben dabei!

Und so sind wir gemeinsam hin und nachher noch nach Hause und haben ganz plötzlich über ganz persönliche Dinge geredet und ich habe gesehen: da ist eine gemeinsame Basis.

Und so sind wir Freunde geworden. Freunde, die gemeinsam lachen, weinen, Wein trinken, Kuchen essen, dir auch unangenehme Dinge sagen können, dir helfen, dich wohler zu fühlen und helfen, dich zu Hause zu fühlen.

Gerade in Zeiten, wo ich meine besten Freunde daheim schlimm vermisse und sie mir besonders abgehen, tut es gut, gute Freundinnen hier zu haben.

Manchmal muss man seine Komfortzone verlassen und sich überwinden und Leute ansprechen. Es lohnt sich.

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