ich meld mich dann mal ab…

zumindest für die nächsten paar Wochen.

Heute bin ich ins Gästezimmer umgezogen. Die Kinder haben mir beim Einpacken geholfen, meine Stöckelschuhe bewundert, meine Fotos angeschaut, geseufzt und gefragt, ob ich denn wegziehen MUSS. Das Zimmer ist jetzt so leer, jetzt wo all meine Erinnerungen abgenommen und in Kisten verpackt wurden. Gesaugt muss noch werden und das Bett frisch bezogen werden, dann kann die Neue schon kommen. Ein Plakat haben wir schon gemalt.

Die Woche muss ich die restlichen Bücher zur Bibliothek bringen und meine Mitgleidschaft kündigen, das Auto noch mal aussaugen lassen und mir ein Wertkartentelefon besorgen (mein Handy bekommt ja das neue Aupair und damit ich in den 2 Wochen, die ich noch da bin, erreichbar bin, muss eine Wertkarte her.

Heute morgen hat mich meine Gastfamilie mit einer rießen Torte überrascht, in der Fähnchen steckten, mit Sprüchen, wie zb ‚#awesomeaupair‘, ‚we love you‘, ‚we’ll miss you‘ und so. Ich habe Rotz und Wasser geheult, als ich ihnen das Scrapbook überreicht habe, dass ich über die letzten 18 Monate gemacht habe. Mit Fotos, Eintrittskarten, Zeichnungen, etc und Notizen, auf denen ich wichtige Schritte dokumentiert habe, wie zB ‚heute haben wir uns vom Schnuller verabschiedet‘ usw.

Ich bleib noch 2 Wochen hier und dann fahr ich für ein paar Tage zu Freunden aufs Land, bevor ich dann heimfahre.

Als ich hergekommen bin, habe ich geplant, im Reisemonat nach Seattle zu fliegen und dann mit einem Mietauto bis runter nach San Francisco, vielleicht bis nach San Diego und dann heim. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Aber das ist in Ordnung so.

Ich habe viel gelernt in den 18 Monaten, bin an meine Grenzen gestoßen, habe viel unnötig gebrüllt, habe viele nasse Bussis bekommen, habe Freundschaften geschlossen und Freundschaften beendet, habe gelernt, ohne Navi in einer mir so fremden Stadt zu fahren, die dann mit der Zeit so vertraut wurde, habe tausend Streiterein geschlichtet und mich auf gefühlten 890 Spielplatzsitzrunden fadisiert.

Ich habe gelernt, auf mein Bauchgefühl zu hören und Entscheidungen zu treffen, die gut für mich sind, auch wenn andere Leute mich vom Gegenteil überzeugen wollten. Ich habe gelernt, Nein zu sagen, wenn es mir zu viel wurde und zu meinem ‚Ja‘ zu stehen- versprochen ist versprochen!

Ja, ich freue mich darauf, meine Freunde und meine Familie zu sehen, aber ich weine auch. Mir sind diese Kinder so ans Herz gewachsen, sie sind zu so einem großen und wichtigen Teil meines Lebens gewordenes tut mir weh, zu hören, wie die Große singt: ‚we’re having a new aupair oh i can’t wait tralalala‘, aber ich freu mich auch, dass sie sich freuen- schließlich will ich ja das Beste für sie, und ganz ehrlich: so gern ich Mary Poppins war, ich merke, ich bin bereit für etwas Neues. Ja, ich freue mich auf einen neuen, spannenden Abschnitt!

Bis dahin melde ich mich ab und melde mich dann Ende August/Anfang September wieder.

Habt einen schönen Sommer, genießt das Wetter, trinkt genügend Wasser und verwendet Sonnencreme, trifft Freunde, schaltet das Handy ab, esst Wassermelone und trinkt Eiskaffee, pflückt Blumen und LEBT.

 

Talk to y’all soon.

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3 Kommentare zu “ich meld mich dann mal ab…

  1. Hi Lisa,

    soll ich Dich am 1.8. vom Flughafen abholen und nach Hause bringen?

    Liebe Grüße Monika

    Von meinem iPad gesendet

    >

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