Berry Yummy

Schon letztes Jahr wollte ich unbedingt Erdbeeren pflücken gehen und ein Erdbeerfest veranstalten, aber- ewig aufgeschoben und verpasst. Das sollte heuer nicht passieren und so sind die Kinder und ich zu einer Strawberry picking farm gefahren… und was soll ich sagen- es war herrlich. Die Sonne hat geschienen, aber es war nicht zu heiß, es waren keine Leute dort, die Kinder waren gut aufgelegt und die Erdbeeren waren reif. Wir haben mega viele gepflückt und noch mehr gegessen… so herrlich süß und saftig! (oder wie der Kleine sagen würde: ‚berji yummy jawberjis‘- statt ‚V‘ sagt er nämlich ‚B‘ und statt ‚R‘ sagt er ‚J‘ und ‚S‘ kann er auch noch nicht sgen…) Der Erdbeersaft ist geronnen und schon nach kurzer Zeit waren die Schleckermäuler und Hände erdbeerrot! Der Kleine war ganz aufgeregt und konnte kaum pflücken vor Aufregung und Überforderung- sooo viele Erdbeeren! Die Große hat sich einfach mitten ins Feld gesetzt und gegessen und die Mittlere ist herum gerannt und hat gesungen. Neben den Erdbeeren haben wir auch frischen Honig gekauft- mich erstaunt es immer wieder wie sehr man den Unterschied zwischen Bio Ab Hof Honig und billig plastikverpackten Supermarkthonig schmeckt… der hat so richtig nach Heimat geschmeckt! Nach einer Fahrt am Heuwagen sind wir dann nach Hause, wo jetzt die Erdbeeren verarbeitet werden: Erdbeermarmelade, Erdbeereis, Erdbeersmoothie, Erdbeerkuchen, Erdbeerknödel,… und was nicht verarbeitet oder sofort genascht wird, wird eingefroren und später verarbeitet. Vielleicht fahr ich nächste Woche noch mal hin um Nachschub zu holen!

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Key Lime Pie

An meinem ersten Abend hier mit meiner Gastfamilie gab es zur Nachspeise Key Lime Pie. Es war Liebe auf den ersten Biss. Seit dem gehört dieser fruchtig süß saure Kuchen zu meinen absoluten Lieblingsdesserts hier in den USA. Den besten hatte ich bis jetzt bei Baker’s Crust, wo man ihn im Einweckglas serviert bekommt und als ich das Wochenende über in Florida war(Post folgt), hatte ich sogar einen Key Lime Pie Coctail (Yes, it was delicious!!).

Zurück aus dem sonnigen Florida hatte ich dann das dringende Bedürfnis, diese Leichtigkeit und den Geschmack nach Sonne, Sommer, Strand, Urlaub und Entspannung noch einmal zu kosten und darum habe ich gestern endlich ein schnelles und einfaches Rezept gefunden und mich an den Pie gewagt (hat ja nur 1 Jahr gedauert;-))

Key Lime Pie

1 Dose gesüßte Kondensmilch (man kann auch ungesüßt verwenden, mir war es zu süß, darum verwende ich beim nächsten mal die ungesüßte Variante)

1/2 Becher Lime Juice (also 125 ml- ich habe 4-5 Limetten ausgepresst dazu, wer es limettiger mag, kann auch mehr verwenden)

Etwas Limettenschale

2 Tropfen grüne Lebensmittelfarbe (kann man auch weglassen)

1 Becher Sauerrahm (250 ml)

1 Kuchenboden (Pie Crust, ich habe ihn diesmal gekauft, aber man kann ihn auch selber herstellen, hier gibt es zum Beispiel ein Rezept)

Limettensaft und Kondensmilch verrühren, Sauerrahm und Limettenschale (und Lebensmittelfarbe) untermengen, den Kuchenboden damit befüllen und kalt stellen. (ist am Anfang eher flüssig, wird aber fest)

Wer mag, kann den Kuchen noch mit Schlagobers verzieren.

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Zu Tisch, zu Tisch…

Neben Kinderbespaßung(meistens bin ich da Alleinunterhalterin, machmal bekomme ich Unterstützung von Supermarktangestellten, so wie neulich, als alle 3 Kinder im Supermarkt einen Wutanfall hatten und ein Angestellter mir geholfen hat, die Einkäufe zum Auto zu bringen und einen Witz und silly face nach dem Anderen gemacht hat, was die Kinder herrlich von ihrem Grant abgelenkt hat!) und lauter ‚langweiligen‘ Aufgaben, wie Wäsche waschen (die Mittlere meinte neulich: ah, being grown up is so boring! You only get to fold laundry all the time!) steht auch Kinder bekochen auf dem Plan.

Eigentlich koche ich total gerne und probiere auch gerne neue Dinge aus, vor allem seit ich öfters Kochsendungen anschaue. Allerdings sind die Kinder hier extrem pingelig, wenn es ums Essen geht und essen außer Spaghetti mit Fleischbällchen, Käsepizza, Mac’n’Cheese und Grits kaum etwas. Wir haben zwar die Regel, sie müssen es zumindest kosten und Nachspeise gibt es auch nur, wenn aufgegessen wird, und ich gebe ihnen eh nur noch MiniMiniMini Portionen, gemotzt wird trotzdem. Darum vergeht mir eigentlich die Freude am Kochen, weil ich weiß, sobald es am Tisch kommt, wird gemotzt und es wird eh nicht gegessen.

Dennoch zwangsbeglücke ich die Kinder immer wieder mit neuen Rezepten (ganz ehrlich, ich liiiiiebe Spaghetti und Pizza, aber 5 mal die Woche?). Dreimal in der Woche bin ich fürs Abendessen zuständig und ich mache mir montags immer einen Plan, um Spontaneinkäufe vermeiden zu können.

Hier sind meine Lieblingsspeisen, die (mehr oder weniger) aktzeptiert und gegessen werden, oft muss ich es auch umbenennen, so wurden aus Überbackenen Schinkenfleckerl halt Mac’n’Cheese oder aus Lasagne wurde verkleidete Spaghetti.

  • Überbackene Schinkenfleckerl
  • Letscho mit Erdäpfel
  • Gschnetzeltes mit Reis und Broccoli
  • Kürbispalatschinken
  • Tacos
  • Ofengemüse mit Lachs
  • Toast
  • Erdäpfelpürree mit Bratwürstel
  • Reis mit Tomatensoße
  • Shrimp Grits
  • Scones und Kartoffelbrot
  • Kaiserschmarrn
  • Erbeerknödel

Was ich gerne kochen würde, aber weiß, das es verschmäht wird, darum werden Mr Bambus und meine Freundinnen bekocht:

  • Spinatlachsstrudel
  • Gemüselasagne
  • Quinoapfanne
  • Kartoffelsalat
  • jegliche Art von Suppe, Nudelsuppe, Kürbiscremesuppe,…
  • Gulasch mit Spätzle

getting stuffed

So, das war also Thanksgiving. Und das ist nur der Anfang, denn jetzt kommen Restlessen, Kekse backen, Bratäpfel, Weihnachtsessen…

Donnerstag und Freitag hab ich mich daheim in meinen stretchy pants eingesperrt und gegessen. Mashed Potatoes, Cranberries, Brot, ja, auch Turkey, Pie… danach lag ich fappy (fat and happy) am Sofa und konnte mich nicht mehr bewegen. Eingekuschelt in einer Decke habe ich da den ganzen Nachmittag gelegen und geschlafen, nur ab und an bin ich aufgestanden und in die Küche gerollt und hab noch ein bisschen Brot und Sweet Potatoes genascht, nur um mich wieder in meiner Decke einzuigeln und das „Mensch ärgere dich nicht“ Spiel zu kommentieren.

Freitag (as in: black friday, eveyone goes crazy und rennt die Geschäftstüren ein…) nachmittag habe ich mich hinausgewagt, habe meine Schuhe angezogen und bin eine Runde spazieren gegangen, und das war schön (und mega anstrengend, nach 48 Stunden rumliegen und essen).
Abends bin ich mit meiner Gastfamilie und einer ur lieben Freundin der Familie noch in den botanischen Garten zur Eröffnung der Lichtershow gefahren. Es war eisig und stockfinster und wunderschön hergerichtet. Dazu gab es heiße Schokolade, s’mores und gute Gespräche, nachdem die Kinder mit den Eltern heimgefahren sind bin ich mit der Freundin noch eine extra Runde gegangen um die Puppnhausaustellung anzuschauen und das Thema „Lisa and the American Guys“ zu analysieren. Durchgefroren und hungrig sind wir heimgekommen und haben uns über die Reste hergemacht- irgendwie schmecken Reste am 2. Tag noch mal besser als das Festessen selber, oder?

So langsam traue ich mich wieder unter die Zivilisation, nachdem ich mich 48 Stunden eingeigelt habe, es war herrlich. Ich habe viel zu viel gegessen, viel zu viel geschlafen und mich viel zu wenig bewegt. Ich habe tausend Filme angeschaut und eine Million Kalorien zu mir genommen… es war schön. Und so langsam gewöhne ich mich an den Gedanken, dass Weihnachten vor der Türe steht. Der Adventkalender für die Kinder ist gebastelt, die Weihnachtskarten besorgt, nächste Woche erledige ich die Einkäufe für die Weihnachtsbasteleien. Ich freue mich.

Beerentiramisu

dies ist eine Liebeserklärung an Beeren, Zimt, Weihnachten und sämtliche Geschmacksnerven und Sinne (Insbesondere Geruch- und Geschmackssinn! Könnte ich einen Duft posten, würde euer Geruchssinn explodieren! Zimt! Punsch! Maroni im Ofen! Warme Beeren! Schokolade!)

Beerentiramisu (und da ich ein ‚Nach Gefühl’Kocher bin, wieder nur ungefähre Angaben)

Mascarpone mit etwa Creamcheese und Schlagobers vermengen, Zucker, etwas Zitronensaft und Vanillezucker unterrühren.

Spekulatius in Kaffeerumgemisch tränken (ertränkt sie! Damit sie schön vollgesoffen sind!, so kommen wenigstens die in Genuss, ich kann ja schlecht beim Kindehüten Rum trinken!)

Tiefkühlbeeren mit Zimt, Muskat, Kardamom anrühren und aufkochen lassen.

In eine Auflaufform abwechselnd besoffene Spekulatius, Mascarpone, Beeren schichten, die letzte Schicht ist Mascarpone. Darauf entweder schön dick ungesüßten Kakao oder dunkle Schokoladenraspeln bestreuen, und ab in den Eiskasten, ein paar Stunden kühlen lassen.

Für das kinderfreundliche Tiramisu habe ich übrigens Kakao statt Kaffeerumgemisch verwendet.

(Das ist übrigens bei uns ein klassisches Weihnachtsdessert, ich habe es für unsere Biblestudyabschlussrunde gemacht)