Haardesaster, die Zweite.

Nachdem ich Mittwoch, Donnerstag und Freitag heulend verbracht habe (jaja, ich habe einen Hang zum dramatisieren, da spricht die Dramaqueen in mir…) und meine Haare unter einer Kappe versteckt habe, war ich nach dem Gespräch bei der Frisörin viiiel zuversichtlicher. Samstag habe ich dann die Haare einfach zusammen geflochten und hochgesteckt und so den ‚Butter fällt in Gatschlacke‘-Blondteil versteckt und habs mir gut gehen lassen. Meine Freundin und ich sind ins Nagelstudio und haben einen Pediküre-Maniküre-Braueninformwachsen-Nachmittag verbracht. Sonntag wieder Haare hochflechten und dann ging es eh schon zum ‚How to fix a desaster in 3 hours without cutting it off‘ Termin.

Und ich war so ausgeglichen. Schon lustig, wie viel ein gutes Gespräch ausmachen kann. Als ich am Freitag zum Beratungsgespräch ging, war ich den Tränen nahe und überzeugt, meine Haare müssen ab. Aber die Frisörin war so lieb und geduldig und hat so eine Kompetenz ausgestrahlt…

Sonntags bin ich also hin und hab mich fallen lassen und war so zuversichtlich, dass sie weiß was sie tut. Sie hat mich auch über jeden einzelnen Schritt informiert, jedes Zwischenergebnis hergezeigt, wir haben jeden weiteren Schritt gemeinsam besprochen. Und so sind 3,5 Stunden wie im Flug vergangen.

Zwischendurch sah ich aus, als würde ich versuchen, mit außerirdischen Kontakt aufzunehmen, ich schwöre es, ich hab ET schon reden hören… total spacy mit 1 t Alufolie am Kopf, Folienschädel haha.

Das Ergebnis ist zwar nicht zu 107% so wie ich wollte, aber ein paar mal waschen, ein paar Tage Sonne und es wird schon. Und wenn man bedenkt, was die Ausgangsbasis war, kann man schon sagen: wow. Ganz ehrlich, ich dachte echt, mir muss eine Kurzhaarfrisur geschnitten werden. Klar, etwas grünstichig ist es noch (sie musste mega viel Grünton verwenden, um gegen das Rot anzukämpfen), aber nach 2, 3 Haarwäschen ist das auch draußen.

Und ich kann sagen: ich glaub ich hab eine neue Frisörin gefunden.

Warum nicht gleich so:-)

meine Erkenntnisse:

  • lieber gleich zu einem Profi gehen, vielleicht etwas mehr zahlen (in meinen Fall hab ich jetzt nur 20$ mehr gezahlt als beim anderen Frisör), und dafür jede Menge Ärger sparen
  • aufs Bauchgefühl hören (ich hatte so ein ungutes Gefühl bei der ersten Frisörin, aber hab es ignoriert)
  • Zeit lassen beim Beratungsgespräch, Fragen stellen, offen sein für Vorschläge

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imageauf dem Foto sieht es nicht ganz so krass aus, wie in echt: dunkelbraun mit rot und dann ein 15 cm gelber Balken, mit schmutzig weißen Spitzen

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ET zuu Haaaussee telefonieren

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schon viel besser! (in echt schauts nochmal anders aus, wegen Licht und so…)

Morgen muss ich nur nich mit dem Oberboss telefonieren, und dann sollte ich mein Geld zurück bekommen;-)

Lass uns Freunde sein…

… wäre das denn nicht gut? Denn wer Freunde hat, hat mehr Freude und Mut. Ohne Freund zu sein, macht das Leben so leer, lass uns Freunde sein, komm dass ist doch nicht schwer!

So beginnt der Liedtext eines Kinderliedes von Manfred Siebald. Ich liebe  dieses Lied, denn es spricht so viel Wahres…

Wenn man in eine neue Stadt, ein neues Land zieht, steht man vor der Herausforderung, neue Leute kennen zu lernen. Und das ist total schwer. Also, kennen lernen geht schnell, man muss halt nur unter Leute kommen und sich trauen, Leute anzusprechen. uff! ur anstrengend! ich bin so schüchtern, auch wenn das niemand glaubt, und fremde Leute anzusprechen, ist echt hart für mich. Ich hatte zum Glück Starterhilfe und meine Gasteltern haben mich den Biblestudyleiter vorgestellt,  der mich eingeladen hat, alleine hätte ich NIE gefragt. Ehrlich.

Gut, dann spricht man also Leute an. Und dann muss man versuchen, über die ‚hi how are you let’s hang out some time‘ Wand zu kommen. Und das ist das schwierig. Die Leute hier haben schon ihren Freundeskreis, ihre guten Beziehungen, ihren Job, ihr Leben. die sind (meistens) schon ‚voll‘ und haben nicht die Kraft, Zeit, Energie für eine neue Beziehung und Freundschaft. Ich kenn das, mir ging es genauso daheim und auch jetzt wenn jemand neuer in die Biboestudy kommt oder jemand fragt, ja gehen wir mal da hin, neue Leute kennen lernen… ich muss sagen… ich habe meinen Freundeskreis, ich hab nicht die Energie dazu, eine neue Freundschaft zu beginnen. Also verstehe ich das total gut, wenn die Leute in der neuen Umgebung etwas distanzierter sind. Meistens.

Ich hatte rießen Glück. Gestern saß ich bei meinen 2 engsten Freundinnen von hier auf der Veranda, eingehüllt in Kuscheldecken und wir haben darüber geredet, wie der erste Eindruck von einander war und wie unsere Freundschaft begonnen hat.  Wir sind alle in der gleichen Biblestudy gewesen und haben uns auch in der Kirche gesehen. Aber mehr als Small Talk war da nicht drinnen. Ich dachte ‚oh ich wär so gern mit ihnen befreundet und ich versuche echt, irgendwie da ran zu kommen, aber es kommt nichts zurück‘ und sie dachten: ‚oh, die is nett, mit der mag ich befreundet sein, aber ich glaub, die mag mich nicht‘

So haben wir ein paar Wochen immer lieb und höflich miteinander geedet, bis ich irgendwann all meinen Mut zusammen genommen habe und gefragt habe, ob sie mit mir auf ein Straßenfestival gehen wollen. oh meine Güte, ich bin fast gestorben dabei!

Und so sind wir gemeinsam hin und nachher noch nach Hause und haben ganz plötzlich über ganz persönliche Dinge geredet und ich habe gesehen: da ist eine gemeinsame Basis.

Und so sind wir Freunde geworden. Freunde, die gemeinsam lachen, weinen, Wein trinken, Kuchen essen, dir auch unangenehme Dinge sagen können, dir helfen, dich wohler zu fühlen und helfen, dich zu Hause zu fühlen.

Gerade in Zeiten, wo ich meine besten Freunde daheim schlimm vermisse und sie mir besonders abgehen, tut es gut, gute Freundinnen hier zu haben.

Manchmal muss man seine Komfortzone verlassen und sich überwinden und Leute ansprechen. Es lohnt sich.

Luisa und der violette Stift…

oder: Ich mal mir die Welt, wie sie mir gefällt!

Ich hab ein Lieblingskinderbuch. Es heißt „Harold and the purple crayon“  („Harold und der violette Stift“). Harold möchte eines Nachts im Mondschein spazieren gehen, aber es gibt keinen Mond. Also malt er ihn mit seinem violetten Stift. Es gibt keine Straße, also malt er sie. Am Ende malt er schließlich sein eigenes Haus mit Bett, um schlafen zu gehen.

Harold hat die Fähigkeit, sich seine Welt selbst zu malen.

„Wenn einer Harold ist, und die Welt immer so malt, wie er sie sich vorstellt, muss es einen geben, der sie so malt, wie sie tatsächlich ist. Darum gibt es auch kein Buch über Harolds Frau“, wundert sich Michelle Pfeiffer in „An deiner Seite “ (Love this movie!)

Natürlich müssen wir realistisch sein. Natürlich müssen wir Dinge akzeptieren, gibt es Sachen, die wir nicht ändern können… aber ab und zu kann es doch nicht schaden, sich die Welt zurecht zu malen…

Wann haben wir damit aufgehört, uns die Welt „zurecht zu malen“?

Wann haben wir mit „dem Ernst des Lebens“ angefangen?

Warum können wir nicht immer unbeschwert, unbefangen wie Harold sein?

Warum müssen wir die Welt IMMER so malen, wie sie ist, warum können wir uns nicht ab und zu eine Bank zum ausruhen, einen Apfelbaum zum Äpfelessen, einen See zum abkühlen, malen?

Ich möchte mein Leben leben. Ich möchte unbefangen, unverfroren, unbeschwert durch die Welt gehen. Wenn eine Tür fehlt, hole ich meinen violetten Stift hervor und male sie mir. Wenn ein Berg zu steil ist, male ich mir eine Seilbahn. Wenn ich müde bin, male ich mir ein Bett.

Hier möchte ich meine Mal-Versuche festhalten.